5 Tricks, wie Sie die Qualität von Eklärvideos auf Herz und Nieren prüfen können

In diesem Artikel gebe ich Ihnen 5 simple Tricks an die Hand, wie Sie jedes Erklärvideo auf Herz und Nieren prüfen können – und so die Qualität von Erklärvideos insgesamt leichter einschätzen können.

Video-Content liegt voll im Trend. Erkärvideos sind eines der beliebtesten Mittel, um Informationen zu transportieren. Umfragen in Unternehmen bestätigen: Ein überwiegender Teil von Führungskräften und MitarbeiterInnen bevorzugen Erklärvideos, um sich schnell über ein Thema zu informieren. Speziell komplexe, abstrakte und sperrige Zusammenhänge, Abläufe oder Prozesse lassen sich damit schnell und einfach an die jeweilige Zielgruppe rüberbringen.

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So erkennen Sie, ob ein Erklärvideo gut gemacht ist

Erklärvideo ist allerdings nicht gleich Erklärvideo. Es gibt extreme Unterschiede in der Qualität. Mit Qualität meine ich dabei nicht ausschließlich die (animations-)technische Qualität. Sondern vor allem die Qualität des Storytelling. Denn dieses entscheidet über die Wirkung eines Videos. Denken Sie nur an das aktuelle Beispiel Game of Thrones – die Art und Weise, wie die Geschichte zu Ende ging, schlägt aktuell hohe Wellen. Weil die Story am Ende nicht den Erwartungen der Fans entsprochen hat.

Was man daraus lernen kann:

Die Story entscheidet über den Erfolg und die Wirkung eines Videos.

Ich schaue mir – allein schon aus professionellem Interesse – viele Erklärvideos an. Dabei stelle ich fest, und vielleicht kennen Sie das: Viele Erklärvideos konzentrieren sich zu sehr auf technische Spielereien und vergessen dabei auf die eigentliche Aufgabe eines Erklärvideos: Mit einer Geschichte Menschen zu berühren. Oder: Man wird – ich finde keinen anderen Ausdruck dafür – von der ersten bis zur letzten Minute „zugequatscht“. Parallel dazu flirren bunte Animationen über den Bildschirm, die exakt jeden Satz illustrieren, der gesagt wird.

Da ich regelmäßig frustriert war, wenn ich nach Betrachten eines Erklärvideos nichts Neues gelernt, nichts Spannendes erlebt, sondern nur Zeit verschwendet hatte, habe ich eine Lösung gesucht: Wie erkenne ich die Qualität von Erklärvideos relativ früh – oder wie erspare ich es mir zumindest, sie nochmals anzuschauen (in der Annahme, dass ich wohl beim ersten Mal was verpasst hatte).

Und hier ist das Ergebnis:

Fünf simple Tricks, mit dem Sie jedes Erklärvideo auf Herz und Nieren prüfen können

  1. Hören Sie sich zuerst einmal nur die Texte des Videos an. Erst dann schauen Sie sich die ersten 20 Sekunden des Videos an. Fragen Sie sich: Haben mir die Bilder zusätzlich zum Text weitere Informationen liefern können? Falls die Antwort nein ist, dann ist das Video nur kostenspielige Dekoration für einen Podcast.
  2. Fragen Sie sich weiters: Habe ich in dem Video bisher irgendetwas gesehen, das mich neugierig gemacht hat, fasziniert hat, mich angesprochen hat? Falls nicht, können Sie das Video getrost vergessen: Es wird nichts Interessantes mehr passieren. Denn leider wurde beim Video auf die Story vergessen.
  3. Nehmen wir den Fall, das Video hat mit dem Satz „Das ist Peter. Peter hat ein Problem…“ begonnen (alternativ können Sie hier jeden beliebigen Namen einsetzen). Fragen Sie sich anhand der ersten 20 Sekunden: Habe ich auch nur das geringste Interesse zu erfahren, ob Peter sein Problem in den Griff bekommt? Oder ist es mir egal? Falls letzteres der Fall ist, ist die Story nicht spannend genug und Peter als Held uninteressant.
  4. Schauen Sie sich jetzt das gesamte Video an. Fragen Sie sich danach: Was ist die zentrale Aussage des Videos? Gibt es überhaupt eine? Oder war das Video eine stakkatoartige Aneinanderreihung von Zahlen, Daten, Fakten? So dass Sie den Eindruck hatten, der Text des Videos stammt aus einer Image- oder Verkaufsbroschüre des Unternehmens? Hier wurde offensichtlich komplett auf Storytelling verzichtet.
  5. Fragen Sie sich am Ende des Videos: Hat mich das Video in irgendeiner Form emotional berührt? Inspiriert? Konnte ich einmal lachen? War ich an einer Stelle gespannt, wie es weitergeht? Falls Sie alle Fragen mit nein beantworten können, dann hapert es an der Qualität des Storytellings.

So werden Erklärvideos zum Erfolg – die Key Factors:

Was ist das Ziel des Erklärvideos? Das ist die entscheidende Frage bei jedem Erklärfilm. Welche Aufgabe soll das Erklärvideo erfüllen? Was soll die Kernaussage sein?

Eine Story entwickeln, die Unterhaltung verspricht. Das ist die zentrale Herausforderung bei Erklärfilmen für Unternehmen: Die Unternehmensbotschaften so aufzubereiten, dass sie als unterhaltsame Geschichte rüberkommen. Dies geschieht in der Konzeptionsphase, wenn die Story entwickelt wird. Wenn die Story stimmt, können die Zielgruppen eine emotionale Beziehung zu der Geschichte und ihrem Held/ihrer Heldin aufbauen. Dadurch werden Geschichten nachhaltiger verankert und bleiben länger und besser in Erinnerung.

Show, don’t tell. Bei einem Erklärvideo besteht die Kunst darin zu entscheiden: Welche Informationen werden visuell transportiert? Welche textlich? Beide Informationsebenen ergeben, wenn sie harmonisch ineinandergreifen, die Aussage des Films.

Weniger ist mehr. Sowohl was die Länge des Erklärvideos, die Textmenge und auch die Animationen betrifft. Ein Erklärvideo sollte sofort mit der Story loslegen. Die Aufmerksamsspanne speziell der jüngeren Zielgruppen sinkt kontinuierlich. Daher sollte jede Sekunde im Video die Story vorantreiben. Trotz oder wegen dieses enormen Zeitdrucks sollte es auch Pausen oder Momente des Innehaltens geben. Sowohl beim Text als auch was die Animationen betrifft. Daher ist eine ganz wichtige Entscheidung: Was wird im Erklärvideo alles NICHT gezeigt und NICHT gesagt.

Machen Sie den Test beim obigen Erklärvideo für die ÖBB Ideenwerkstatt. (Hier hat die Kundin bewusst nur mit geschriebenen Texten gearbeitet. Falls Sie Trick 1 anwenden möchten, dann halten Sie idealerweise die Bilder zu und lesen nur die darunterstehenden Texte).

Über Ihr Feedback freue ich mich: barbara.roth@cartoonsbyroth.com

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