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Flow Zustand fördern und nutzen – meine 8 besten Tipps

In diesem Artikel gebe ich 8 praktische Tipps, wie du öfter & leichter einen Flow Zustand erreichen kannst. Und wie du diesen für deine (kreative) Arbeit nutzen kannst. Sei es beim Visualisieren am Flipchart, der Gestaltung von Präsentationen – oder auch bei der kreativen Ideenfindung. (Lesezeit ca. 8 Minuten)

Denn wenn du mit dem Flow arbeitest, kannst du deine Motivation und Produktivität steigern. Außerdem hast du Zugang zu höchster Kreativität. Und erbringst ganz leicht überdurchschnittliche Leistungen.

Ich selber arbeite täglich mit dem Flow.

Gerade bei der Arbeit in kreativen oder künstlerischen Berufen ist der Flow besonders wichtig. Allerdings gibt es in quasi allen Berufen hochkreative Tätigkeiten. Insofern ist der Flowzustand für alle Tätigkeiten förderlich, bei denen es um kreative Gedankenarbeit geht.

Wenn ich mich im Internet oder in der Business-Literatur umschaue, habe ich oft den Eindruck, dass beim Flow-Zustand vor allem der Output betrachtet wird. In vielen Artikeln wird darauf hingewiesen, dass Menschen, die im Flow sind, kreativer und produktiver arbeiten.

Was weniger betrachtet wird, ist die Frage, wie es denn überhaupt zu Flow Erlebnissen kommt. Sicher, es werden ein paar Eckdaten genannt: Weder eine Überforderung, noch eine Unterforderung, eine hohe Motivation und eine passende Qualifikation sollte gegeben sein. Aber wenn das gegeben ist: Wie kommt’s dann zum eigentlichen Flow? Wann kommt er? Wie kommt er? Und warum kommt er?

Sehr oft wird der Flow wie eine geheimnisvolle Kraft beschrieben, die magisch über einen Menschen hereinbricht. Dann wäre der Flow etwas Zufälliges. Über die eine Person bricht er herein, über die andere leider nicht?

Meine Beobachtung ist, dass Flow nicht von außen kommt, sondern von innen.

Wir schaffen unseren Flow Zustand selber.

Klingt überraschend? Ist aber so.

Allerdings nicht, dass du dich jetzt mal schnell hinsetzt und sagst: Flow, los geht’s! Um sowas zu können, braucht man viel Übung. Aus meiner Zeit in Werbeagenturen kenne ich das noch gut. Da gab es Kreativmeetings, wo neue Ideen entwickelt wurden. Um bei so einem Meeting zu tollen Ergebnissen zu kommen, braucht es eine hohe kreative Fähigkeit. Diese besteht darin, frisch und um die Ecke denken zu können und Kreativprozesse in der Gruppe zu ermöglichen. Das lässt sich lernen, trainieren und fördern, kommt aber nicht einfach so (und es gab auch immer Querschläger und Totmacher in den Gruppen, die absolut jede mögliche Idee und jeden nur denkbaren Ansatz von Flow gekillt haben).

Was kannst du also konkret tun, um öfter in einen Flow Zustand zu kommen?

Hier ein paar Ideen, was für mich funktioniert:

Flow Zustand fördern Tipp 1: In dich reinhören

Ein Flow Zustand ist Energie. Diese Energie ist mit einer Welle vergleichbar. Stell dir einmal die Surfer in Hawaii vor. Dort gibt es diese riesigen Wellen. Und was tun die Surfer, damit sie auf so einer Welle reiten können? Als erstes liegen sie mal mit ihren Surfbrettern im Wasser und halten Ausschau. Wenn sie dann beobachten, dass eine Welle im Anrollen ist, paddeln sie los, stellen sich auf ihr Brett – und dann erst beginnt die Action mit der Welle.

Bevor du also in einen Flow Zustand geraten kannst, musst du zuerst einmal deine Aufmerksamkeit darauf fokussieren, die geistig-energetische Welle früh genug wahrzunehmen, damit du sie nutzen kannst.

Es geht also darum, dass du deine Wahrnehmung schärfst. Ich meine damit, dass du trainierst, auf deinen Körper und deinen Geist zu hören. Auf die Bedürfnisse, die du spüren. Auf die Gefühle, die in dir vorhanden sind.

Kurz: all das, was du (und wir alle) den größten Teil der Zeit unterdrücken, wieder wahrzunehmen.

Sobald dir das gelingt, kannst du mit dem nächsten Schritt weitermachen.

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Flow Zustand fördern Tipp 2: Lust-Prinzip anwenden

Wenn du weißt, was du wirklich willst, kannst du damit anfangen, auf deine Wünsche einzugehen. Und den Tag wieder mehr nach dem Lust-Prinzip gestalten. Damit meine ich nicht, vor dem Fernseher (oder wo auch immer) abzuhängen oder wahllos Fast Food oder Süßigkeiten in sich reinzustopfen.

Ich meine damit das, was Kinder im Vorschulalter (noch) tun: Sie sind intensiv mit Dingen beschäftig, die sie gerade interessieren. Bei dieser spielerischen Tätigkeit lernen sie in wenigen Jahren unter anderem Gehen und mindestens eine Sprache perfekt zu sprechen. Sie sind also durchaus hochproduktiv.

Bei uns Erwachsenen ist das natürlich im Detail anders. Abgesehen davon, dass wir nicht mehr so gut lernen können, gibt es haufenweise To Dos und Zwänge wie Deadlines, Meetings und viele andere äußere Rahmenbedingungen, die es uns nicht immer leicht machen. Aber irgendwo musst du anfangen. Und dieses Gefühl „Ich habe jetzt Lust,…… zu tun” – das ist ein ganz wichtiger Antrieb, der dir zeigt, wo es in Richtung Flow geht.

Probier mal aus, wo du das Lust-Prinzip in dein Leben integrieren kannst!

Flow Zustand fördern Tipp 3: Wohltuende Umgebung schaffen/wählen

Mit der Wahl einer wohltuenden Umgebung kannst du die Wahrscheinlichkeit für Flow Zustände ebenfalls erhöhen. Die Formulierung „wohltuend” umfasst dabei alles, was dir ein gutes Gefühl gibt. Und mit dem Wort Umgebung meine ich die gesamte Atmosphäre, die dich umgibt.

Sprich: alles, was du in einer bestimmten Situation mit deinen 5 Sinnen wahrnehmen kannst:

Was du siehst: Den Raum, die Menschen, die Farben, die Gegenstände usw….

Was du hörst: Stimmen, Maschinengeräusche, Verkehrslärm, Vogelgezwitscher, Musik, …oder auch, wenn wir gar nichts hören: die Stille—

Was du riechst: Den Raum, die Menschen, Essen & Getränke…

Was du schmeckst: Unser Essen, was wir trinken

Was du spürst: Das Material der Dinge, die wir anfassen. Die Kleidung, die wir tragen…

Stell dir vor, du sitzt in einem kratzigen, verwaschenen Pullover, der dir zu eng ist (weil du 20 Kg Übergewicht hast) in einem schwarz ausgemalten, fensterlosen Raum, in dem ein riesiger Server steht, der die ganze Zeit brummt. Dabei ißt du eine kalte Billigpizza und trinkst abgestandene Cola aus einer 1,5l Plastikflasche, die stinkt, weil du sie gestern mit deiner Thunfischpizza-Fingern angefaßt hast.

…die Wahrscheinlichkeit, dass du in dieser Situation ein Flow Erlebnis hast, geht wahrscheinlich gegen null (ausgenommen du bist IT Programmierer, die meiner Wahrnehmung nach in einem solchen Biotop durchaus blühen und gedeihen können. Du siehst also: Umgebung ist etwas sehr Persönliches)

Eine wohltuende Umgebung (wie immer sie aussieht) wird die Wahrscheinlichkeit für Flow Erlebnisse stark erhöhen. Je mehr Zeit du in einer Umgebung verbringst, die dir ein gutes Gefühl gibt, desto besser.

Wenn du die Umgebung nicht im großen Rahmen verändern kannst, weil du z.B. in einem Unternehmen angestellt bist, dann versuche Veränderungen im kleinen Rahmen oder zuerst einmal zuhause durchzuführen.

Flow Zustand fördern Tipp 4: Flow annehmen und wertschätzen

Flow Zustände halten sich nicht an Termine, Zeitslots und klassische Arbeitszeiten wie Montag bis Freitag 9–17 Uhr. Es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass ein Flow kommt, wenn du ihn nicht erwartest.

Morgens sehr früh (4, 5 Uhr…)
Unter der Dusche
Beim Nordic Walking
Beim Meditieren
…usw…

In den letzten Jahren habe ich gelernt, die Flows wertzuschätzen, wenn sie kommen. Und sie kommen sehr oft zu einem Zeitpunkt, der auf den ersten Blick ungünstig ist.

Das sieht dann oft so aus: Du hast dir vorgenommen, dich mit einem bestimmten Thema (nennen wir es Thema A) zu beschäftigen. Aber irgendwie hast du gerade wahnsinnige Lust, dich stattdessen mit Thema B zu beschäftigen. Du brennst förmlich darauf, bei Thema B etwas weiterzubringen. Während du dich bei Thema A nur herumquälen würdest.

Mein Tipp: Wenn du bei Thema A keine absolut zwingende Deadline hast, die kurz bevorsteht, dann gibt deinem Impuls nach. Denn das sieht so aus, als ob sich ein Flow in Zusammenhang mit Thema B materialisieren möchte.

Du wirst sehr wahrscheinlich bei Thema B viel produktiver sein können, weil dein Geist offensichtlich gerade Lust hast, sich damit zu beschäftigen.

Flow Zustand fördern Tipp 5: Flow maximal intensiv nutzen

Wenn der Flow einmal da ist, solltest du ihn sofort und intensiv nutzen. Das bedeutet, Störungen von außen möglichst auf null reduzieren.

Aus meiner Erfahrung kann es genügen, dass dich irgendein Anruf oder eine E-Mail aus dem Flow herausreißt. Weil du schnell irgendeine Formalität erledigen musst. Für die du etwas scannen musst. Plötzlich aber die Druckerpatrone aus ist. Du feststellst, dass du keine mehr hast. Woraufhin du nochmal anrufen musst, um die Erledigung auf später zu verschieben…

Danach, das garantiere ich dir, ist von dem Flow nichts mehr übrig.

Und geschafft hast du mit der ganzen Action eigentlich auch nicht wirklich irgendwas.

Insofern empfehle ich, Handy und E-Mail Programm auszuschalten bzw. zu schließen und dich an einem Ort zu verbarrikadieren, wo du dich voll auf die eine Aufgabe konzentrieren kannst.

Flow Zustand fördern Tipp 6: Flow als Sprint verstehen

So ein Flow kann durch Störungen abgewürgt werden oder er kann intensivst genutzt werden. Trotzdem ist er irgendwann vorbei. Dieses Irgendwann kommt bei mir meist nach circa 1,5 Stunden.

Es gibt auch Situationen, da dauert er 2 Stunden oder auch mal 3. Andersrum kann er auch mal nur eine halbe Stunde dauern.

Genauso wichtig wie zu erkennen, dass der Flow kommt, ist es, zu erkennen, dass der Flow nachlässt.

Ein typisches Zeichen dafür ist: Du stellst plötzlich fest, dass du Durst hast. Oder schaust auf die Uhr. Oder fängst an, am Sessel herumzurutschen. Oder dein Rücken tut plötzlich weg.

All das sind Hinweise darauf, dass der Flow seinem Ende entgegengeht. Ich nehme solche Momente als Aufforderungen, mit meiner Tätigkeit an diesem Punkt aufzuhören. Sehr oft ist die Tätigkeit nicht abgeschlossen. Ich suche einfach eine Stelle, wo ich abbrechen kann (also nicht mitten im Satz, sondern z.B. am Ende vom Absatz). Dann notiere ich mir noch alles, was ich im Kopf habe – für den nächsten Flow-Moment.

Sei dir bewusst, dass 1,5 Stunden intensiver Flow-Zustand pro Tag bereits sehr gut ist. Das sind aufs Jahr hochgerechnet um die 500-550 Stunden. Daher solltest du dir genau überlegen, wie du diese Zeiten einsetzen möchtest!

Flow Zustand fördern Tipp 7: Produktivität braucht Muße

Flow Zustände haben ein Gegenstück. Das kannst du dir wie das Yin und Yang Prinzip vorstellen: Wenn du zu bestimmten Zeiten hochproduktiv sein willst, dann brauchst du als Ergänzung dazu Zeiten des Dolce far niente, der Faulheit, der Muße, der totalen Entspannung.

Wenn du diesen Ausgleich nicht hast, wirst du kurz- und mittelfristig vielleicht viele Flow-Zustände erreichen können. Aber langfristig landest du zwangsläufig im Burn Out oder Krankenhaus.

In meiner Zeit in den Werbeagenturen war es für mich beklemmend zu sehen, dass dort bereits 30jährige ins Burn Out kippen. Aber ist es ein Wunder? Wenn du tage- und wochenlang in 80-Stunden-Sprints deine Kreativität rauspowerst und keinen Ausgleich hast – wie soll denn die ganze Power wieder in deinen Körper zurückkommen?

Noch früher habe ich am Theater gearbeitet. Dort habe ich sehr viele Künstler beobachten können: Diejenigen, die zum Ausgleich für ihren sehr anstrengenden Beruf extrem geraucht und getrunken haben und nach der Vorstellung noch ewig in der Theaterkantine rumsaßen. Die waren sehr oft an einem Punkt, wo man von menschlichen Wracks sprechen konnte (ja, traurig, aber wahr). Und dann gab es die anderen, die sehr auf sich aufgepasst haben, früh nachhause gegangen sind und sehr vorsichtig mit sich umgegangen sind.

Wie diese Muße aussieht?

Das hängt von dir ab, was du brauchst. Vielleicht machst du viel Sport in der Natur. Oder du meditierst regelmäßig. Vielleicht gönnst du dir auch gezielt viel Schlaf, Massagen, Auszeiten in einem Thermenhotel oder einfach ein Entspannungsbad.

Flow Zustand fördern Tipp 8: Die gesamte Lebensweise

Bei Tipp 1 hatte ich schon erwähnt, dass es wichtig ist, in sich reinzuhören und -spüren. So erkennst du nach und nach, was dein Körper und dein Geist brauchen.

Wenn du das einige Zeit gemacht hast, dann wirst du immer mehr Dinge (und übrigens auch Menschen) aus deinem Leben eliminieren können, die dir nicht gut tun. Das kann bei kleinen Dingen wie dem häßlichen, abgeschlagenen Kaffeebecher beginnen – und kann irgendwann dazu führen, dass du deinen Job wechselst, weil du den alten Job nicht mehr erträgst.

Gleichzeitig wirst du immer mehr Dinge finden, die du in dein Leben integrieren möchtest, weil sie dir gut tun. So bin ich zu Dingen gekommen, von denen ich als junge Frau immer dachte, dass das nur Spinner machen. Fasten, Meditieren, Therapien & Coaching und Gartenarbeit sind einige Beispiele für Dinge, die ich früher total unsexy und unnötig fand. Heute sind das energetische Höhepunkte, die mich weiterbringen.

Wenn du konsequent Negative Einflüsse eliminierst und positive Einflüsse förderst, dann wird deine Lebensenergie Stück für Stück zunehmen.

Und wenn du auf diese Weise dein Leben immer mehr nach deinen persönlichen Bedürfnissen gestaltest, wirst du auch immer öfter im Flow leben können.

Ich wünsche viel Spaß bei deiner persönlichen Entdeckungsreisse!

Der Cartoon in diesem Artikel ist in meinem Cartoon Online Shop als Download erhältlich

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Als Business Cartoonistin, Künstlerin und Trainerin hat Barbara Roth die Mission: Mehr Freude, Spaß und Humor in die (Business-)Welt zu bringen – und Menschen darin zu bestärken, ihr kreatives Potenzial für die eigenen beruflichen Ziele zu nutzen.

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Denn wenn du mit dem Flow arbeitest, kannst du deine Motivation und Produktivität steigern. Außerdem hast du Zugang zu höchster Kreativität. Und erbringst ganz leicht überdurchschnittliche Leistungen.

Ich selber arbeite täglich mit dem Flow.

Gerade bei der Arbeit in kreativen oder künstlerischen Berufen ist der Flow besonders wichtig. Allerdings gibt es in quasi allen Berufen hochkreative Tätigkeiten. Insofern ist der Flowzustand für alle Tätigkeiten förderlich, bei denen es um kreative Gedankenarbeit geht.

Wenn ich mich im Internet oder in der Business-Literatur umschaue, habe ich oft den Eindruck, dass beim Flow-Zustand vor allem der Output betrachtet wird. In vielen Artikeln wird darauf hingewiesen, dass Menschen, die im Flow sind, kreativer und produktiver arbeiten.

Was weniger betrachtet wird, ist die Frage, wie es denn überhaupt zu Flow Erlebnissen kommt. Sicher, es werden ein paar Eckdaten genannt: Weder eine Überforderung, noch eine Unterforderung, eine hohe Motivation und eine passende Qualifikation sollte gegeben sein. Aber wenn das gegeben ist: Wie kommt’s dann zum eigentlichen Flow? Wann kommt er? Wie kommt er? Und warum kommt er?

Sehr oft wird der Flow wie eine geheimnisvolle Kraft beschrieben, die magisch über einen Menschen hereinbricht. Dann wäre der Flow etwas Zufälliges. Über die eine Person bricht er herein, über die andere leider nicht?

Meine Beobachtung ist, dass Flow nicht von außen kommt, sondern von innen.

Wir schaffen unseren Flow Zustand selber.

Klingt überraschend? Ist aber so.

Allerdings nicht, dass du dich jetzt mal schnell hinsetzt und sagst: Flow, los geht’s! Um sowas zu können, braucht man viel Übung. Aus meiner Zeit in Werbeagenturen kenne ich das noch gut. Da gab es Kreativmeetings, wo neue Ideen entwickelt wurden. Um bei so einem Meeting zu tollen Ergebnissen zu kommen, braucht es eine hohe kreative Fähigkeit. Diese besteht darin, frisch und um die Ecke denken zu können und Kreativprozesse in der Gruppe zu ermöglichen. Das lässt sich lernen, trainieren und fördern, kommt aber nicht einfach so (und es gab auch immer Querschläger und Totmacher in den Gruppen, die absolut jede mögliche Idee und jeden nur denkbaren Ansatz von Flow gekillt haben).

Was kannst du also konkret tun, um öfter in einen Flow Zustand zu kommen?

Hier ein paar Ideen, was für mich funktioniert:

Flow Zustand fördern Tipp 1: In dich reinhören

Ein Flow Zustand ist Energie. Diese Energie ist mit einer Welle vergleichbar. Stell dir einmal die Surfer in Hawaii vor. Dort gibt es diese riesigen Wellen. Und was tun die Surfer, damit sie auf so einer Welle reiten können? Als erstes liegen sie mal mit ihren Surfbrettern im Wasser und halten Ausschau. Wenn sie dann beobachten, dass eine Welle im Anrollen ist, paddeln sie los, stellen sich auf ihr Brett – und dann erst beginnt die Action mit der Welle.

Bevor du also in einen Flow Zustand geraten kannst, musst du zuerst einmal deine Aufmerksamkeit darauf fokussieren, die geistig-energetische Welle früh genug wahrzunehmen, damit du sie nutzen kannst.

Es geht also darum, dass du deine Wahrnehmung schärfst. Ich meine damit, dass du trainierst, auf deinen Körper und deinen Geist zu hören. Auf die Bedürfnisse, die du spüren. Auf die Gefühle, die in dir vorhanden sind.

Kurz: all das, was du (und wir alle) den größten Teil der Zeit unterdrücken, wieder wahrzunehmen.

Sobald dir das gelingt, kannst du mit dem nächsten Schritt weitermachen.

Dir gefällt dieser Artikel, und du möchtest mehr von mir lesen?

Dann abonnier meine Cartoon Updates, die du circa alle 10-14 Tage erhältst.

Flow Zustand fördern Tipp 2: Lust-Prinzip anwenden

Wenn du weißt, was du wirklich willst, kannst du damit anfangen, auf deine Wünsche einzugehen. Und den Tag wieder mehr nach dem Lust-Prinzip gestalten. Damit meine ich nicht, vor dem Fernseher (oder wo auch immer) abzuhängen oder wahllos Fast Food oder Süßigkeiten in sich reinzustopfen.

Ich meine damit das, was Kinder im Vorschulalter (noch) tun: Sie sind intensiv mit Dingen beschäftig, die sie gerade interessieren. Bei dieser spielerischen Tätigkeit lernen sie in wenigen Jahren unter anderem Gehen und mindestens eine Sprache perfekt zu sprechen. Sie sind also durchaus hochproduktiv.

Bei uns Erwachsenen ist das natürlich im Detail anders. Abgesehen davon, dass wir nicht mehr so gut lernen können, gibt es haufenweise To Dos und Zwänge wie Deadlines, Meetings und viele andere äußere Rahmenbedingungen, die es uns nicht immer leicht machen. Aber irgendwo musst du anfangen. Und dieses Gefühl „Ich habe jetzt Lust,…… zu tun” – das ist ein ganz wichtiger Antrieb, der dir zeigt, wo es in Richtung Flow geht.

Probier mal aus, wo du das Lust-Prinzip in dein Leben integrieren kannst!

Flow Zustand fördern Tipp 3: Wohltuende Umgebung schaffen/wählen

Mit der Wahl einer wohltuenden Umgebung kannst du die Wahrscheinlichkeit für Flow Zustände ebenfalls erhöhen. Die Formulierung „wohltuend” umfasst dabei alles, was dir ein gutes Gefühl gibt. Und mit dem Wort Umgebung meine ich die gesamte Atmosphäre, die dich umgibt.

Sprich: alles, was du in einer bestimmten Situation mit deinen 5 Sinnen wahrnehmen kannst:

Was du siehst: Den Raum, die Menschen, die Farben, die Gegenstände usw….

Was du hörst: Stimmen, Maschinengeräusche, Verkehrslärm, Vogelgezwitscher, Musik, …oder auch, wenn wir gar nichts hören: die Stille—

Was du riechst: Den Raum, die Menschen, Essen & Getränke…

Was du schmeckst: Unser Essen, was wir trinken

Was du spürst: Das Material der Dinge, die wir anfassen. Die Kleidung, die wir tragen…

Stell dir vor, du sitzt in einem kratzigen, verwaschenen Pullover, der dir zu eng ist (weil du 20 Kg Übergewicht hast) in einem schwarz ausgemalten, fensterlosen Raum, in dem ein riesiger Server steht, der die ganze Zeit brummt. Dabei ißt du eine kalte Billigpizza und trinkst abgestandene Cola aus einer 1,5l Plastikflasche, die stinkt, weil du sie gestern mit deiner Thunfischpizza-Fingern angefaßt hast.

…die Wahrscheinlichkeit, dass du in dieser Situation ein Flow Erlebnis hast, geht wahrscheinlich gegen null (ausgenommen du bist IT Programmierer, die meiner Wahrnehmung nach in einem solchen Biotop durchaus blühen und gedeihen können. Du siehst also: Umgebung ist etwas sehr Persönliches)

Eine wohltuende Umgebung (wie immer sie aussieht) wird die Wahrscheinlichkeit für Flow Erlebnisse stark erhöhen. Je mehr Zeit du in einer Umgebung verbringst, die dir ein gutes Gefühl gibt, desto besser.

Wenn du die Umgebung nicht im großen Rahmen verändern kannst, weil du z.B. in einem Unternehmen angestellt bist, dann versuche Veränderungen im kleinen Rahmen oder zuerst einmal zuhause durchzuführen.

Flow Zustand fördern Tipp 4: Flow annehmen und wertschätzen

Flow Zustände halten sich nicht an Termine, Zeitslots und klassische Arbeitszeiten wie Montag bis Freitag 9–17 Uhr. Es ist sogar sehr wahrscheinlich, dass ein Flow kommt, wenn du ihn nicht erwartest.

Morgens sehr früh (4, 5 Uhr…)
Unter der Dusche
Beim Nordic Walking
Beim Meditieren
…usw…

In den letzten Jahren habe ich gelernt, die Flows wertzuschätzen, wenn sie kommen. Und sie kommen sehr oft zu einem Zeitpunkt, der auf den ersten Blick ungünstig ist.

Das sieht dann oft so aus: Du hast dir vorgenommen, dich mit einem bestimmten Thema (nennen wir es Thema A) zu beschäftigen. Aber irgendwie hast du gerade wahnsinnige Lust, dich stattdessen mit Thema B zu beschäftigen. Du brennst förmlich darauf, bei Thema B etwas weiterzubringen. Während du dich bei Thema A nur herumquälen würdest.

Mein Tipp: Wenn du bei Thema A keine absolut zwingende Deadline hast, die kurz bevorsteht, dann gibt deinem Impuls nach. Denn das sieht so aus, als ob sich ein Flow in Zusammenhang mit Thema B materialisieren möchte.

Du wirst sehr wahrscheinlich bei Thema B viel produktiver sein können, weil dein Geist offensichtlich gerade Lust hast, sich damit zu beschäftigen.

Flow Zustand fördern Tipp 5: Flow maximal intensiv nutzen

Wenn der Flow einmal da ist, solltest du ihn sofort und intensiv nutzen. Das bedeutet, Störungen von außen möglichst auf null reduzieren.

Aus meiner Erfahrung kann es genügen, dass dich irgendein Anruf oder eine E-Mail aus dem Flow herausreißt. Weil du schnell irgendeine Formalität erledigen musst. Für die du etwas scannen musst. Plötzlich aber die Druckerpatrone aus ist. Du feststellst, dass du keine mehr hast. Woraufhin du nochmal anrufen musst, um die Erledigung auf später zu verschieben…

Danach, das garantiere ich dir, ist von dem Flow nichts mehr übrig.

Und geschafft hast du mit der ganzen Action eigentlich auch nicht wirklich irgendwas.

Insofern empfehle ich, Handy und E-Mail Programm auszuschalten bzw. zu schließen und dich an einem Ort zu verbarrikadieren, wo du dich voll auf die eine Aufgabe konzentrieren kannst.

Flow Zustand fördern Tipp 6: Flow als Sprint verstehen

So ein Flow kann durch Störungen abgewürgt werden oder er kann intensivst genutzt werden. Trotzdem ist er irgendwann vorbei. Dieses Irgendwann kommt bei mir meist nach circa 1,5 Stunden.

Es gibt auch Situationen, da dauert er 2 Stunden oder auch mal 3. Andersrum kann er auch mal nur eine halbe Stunde dauern.

Genauso wichtig wie zu erkennen, dass der Flow kommt, ist es, zu erkennen, dass der Flow nachlässt.

Ein typisches Zeichen dafür ist: Du stellst plötzlich fest, dass du Durst hast. Oder schaust auf die Uhr. Oder fängst an, am Sessel herumzurutschen. Oder dein Rücken tut plötzlich weg.

All das sind Hinweise darauf, dass der Flow seinem Ende entgegengeht. Ich nehme solche Momente als Aufforderungen, mit meiner Tätigkeit an diesem Punkt aufzuhören. Sehr oft ist die Tätigkeit nicht abgeschlossen. Ich suche einfach eine Stelle, wo ich abbrechen kann (also nicht mitten im Satz, sondern z.B. am Ende vom Absatz). Dann notiere ich mir noch alles, was ich im Kopf habe – für den nächsten Flow-Moment.

Sei dir bewusst, dass 1,5 Stunden intensiver Flow-Zustand pro Tag bereits sehr gut ist. Das sind aufs Jahr hochgerechnet um die 500-550 Stunden. Daher solltest du dir genau überlegen, wie du diese Zeiten einsetzen möchtest!

Flow Zustand fördern Tipp 7: Produktivität braucht Muße

Flow Zustände haben ein Gegenstück. Das kannst du dir wie das Yin und Yang Prinzip vorstellen: Wenn du zu bestimmten Zeiten hochproduktiv sein willst, dann brauchst du als Ergänzung dazu Zeiten des Dolce far niente, der Faulheit, der Muße, der totalen Entspannung.

Wenn du diesen Ausgleich nicht hast, wirst du kurz- und mittelfristig vielleicht viele Flow-Zustände erreichen können. Aber langfristig landest du zwangsläufig im Burn Out oder Krankenhaus.

In meiner Zeit in den Werbeagenturen war es für mich beklemmend zu sehen, dass dort bereits 30jährige ins Burn Out kippen. Aber ist es ein Wunder? Wenn du tage- und wochenlang in 80-Stunden-Sprints deine Kreativität rauspowerst und keinen Ausgleich hast – wie soll denn die ganze Power wieder in deinen Körper zurückkommen?

Noch früher habe ich am Theater gearbeitet. Dort habe ich sehr viele Künstler beobachten können: Diejenigen, die zum Ausgleich für ihren sehr anstrengenden Beruf extrem geraucht und getrunken haben und nach der Vorstellung noch ewig in der Theaterkantine rumsaßen. Die waren sehr oft an einem Punkt, wo man von menschlichen Wracks sprechen konnte (ja, traurig, aber wahr). Und dann gab es die anderen, die sehr auf sich aufgepasst haben, früh nachhause gegangen sind und sehr vorsichtig mit sich umgegangen sind.

Wie diese Muße aussieht?

Das hängt von dir ab, was du brauchst. Vielleicht machst du viel Sport in der Natur. Oder du meditierst regelmäßig. Vielleicht gönnst du dir auch gezielt viel Schlaf, Massagen, Auszeiten in einem Thermenhotel oder einfach ein Entspannungsbad.

Flow Zustand fördern Tipp 8: Die gesamte Lebensweise

Bei Tipp 1 hatte ich schon erwähnt, dass es wichtig ist, in sich reinzuhören und -spüren. So erkennst du nach und nach, was dein Körper und dein Geist brauchen.

Wenn du das einige Zeit gemacht hast, dann wirst du immer mehr Dinge (und übrigens auch Menschen) aus deinem Leben eliminieren können, die dir nicht gut tun. Das kann bei kleinen Dingen wie dem häßlichen, abgeschlagenen Kaffeebecher beginnen – und kann irgendwann dazu führen, dass du deinen Job wechselst, weil du den alten Job nicht mehr erträgst.

Gleichzeitig wirst du immer mehr Dinge finden, die du in dein Leben integrieren möchtest, weil sie dir gut tun. So bin ich zu Dingen gekommen, von denen ich als junge Frau immer dachte, dass das nur Spinner machen. Fasten, Meditieren, Therapien & Coaching und Gartenarbeit sind einige Beispiele für Dinge, die ich früher total unsexy und unnötig fand. Heute sind das energetische Höhepunkte, die mich weiterbringen.

Wenn du konsequent Negative Einflüsse eliminierst und positive Einflüsse förderst, dann wird deine Lebensenergie Stück für Stück zunehmen.

Und wenn du auf diese Weise dein Leben immer mehr nach deinen persönlichen Bedürfnissen gestaltest, wirst du auch immer öfter im Flow leben können.

Ich wünsche viel Spaß bei deiner persönlichen Entdeckungsreisse!

Der Cartoon in diesem Artikel ist in meinem Cartoon Online Shop als Download erhältlich

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