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Zeichentipps – so überwinden Sie die „Ich kann nicht zeichnen“-Falle

In diesem Artikel geht es um einige grundlegende Zeichentipps. Für Menschen, die sagen (oder denken) „Ich kann leider nicht zeichnen.“

Diesen Satz habe ich von meinen KundInnen gehört, wenn ich ihnen im Rahmen von Projektbesprechungen meine Zeichnungen präsentiere. Oder auch von den TeilnehmerInnen meiner Online Kursen, Masterclasses und Jahresprogrammen. Ebenso wie bei bei Netzwerkveranstaltungen, wenn ich erzähle, was ich beruflich mache. Meist schwingt in dem Satz offensichtliches Bedauern mit.

Vielleicht haben Sie das schon einmal selbst erlebt? Möglicherweise sogar bei einem Vortrag. Sehr oft fällt der Satz nämlich während ein Vortragender oder eine Vortragende gerade ein Flipchart gestaltet.

In diesem Artikel beleuchte ich einmal die folgenden drei Fragen:

  1. Warum sagen viele Vortragende „Ich kann nicht zeichnen“ – während sie gerade visualisieren?
  2. Was ist die Wirkung dieses Satzes auf das Publikum?
  3. Und wie gelingt es, dieses Problem anzugehen – meine besten Zeichentipps!

Warum sagen viele Vortragende „Ich kann nicht zeichnen“?

Die Antwort ist traurig, aber wahr: Weil sie es wirklich glauben.

Da stellt sich natürlich die Frage: Ist das überhaupt wahr?

Wenn wir uns einmal Vorschulkinder anschauen, dann stellen wir fest: Die meisten von ihnen zeichnen begnadet und mit Inbrunst. Meist bis zum Alter von ungefähr 6 Jahren.

Während der Schulzeit passiert dann leider oft irgendetwas, dass dazu führt, dass viele Kinder das Selbstvertrauen beim Zeichnen verlieren. Vielleicht hat ein Lehrer oder eine Lehrerin irgendein Bild nicht gemocht? Vielleicht kam auch von den Eltern ein negativer Kommentar? Wir wissen es nicht.

Übrig bleibt jedenfalls der negative Glaubenssatz „Ich kann nicht zeichnen“. Und dieser hält sich hartnäckig die nächsten 10, 20 oder sogar 30 Jahre. Verrrückt, oder?

Und vor allem sehr schädlich für die eigene Außenwirkung.

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Was ist die Wirkung auf das Publikum?

Nehmen wir ein konkretes Beispiel: Eine wundervolle, patente Business Kollegin hielt eine fantastische Flipchartpräsentation. Die Flipchartgestaltung war richtig gut gemacht: Inhaltlich absolut auf den Punkt. Dazu selbstgezeichnete, sofort klar erkennbare Visuals als Gedächtnisanker. Mit schnellen, dynamischen Strichen hervorragend visuell dargestellt. Insgesamt eine wirklich tolle visuelle Präsentation – und auch souverän rübergebracht. Aber mittendrin, bei einem wirklich eindrucksvollen Flipchart, kam der Satz „Ich kann nicht zeichen“.

Für mich (ich saß im Publikum) ein Hammerschlag. Denn exakt im selben Moment hatte ich mir gerade ihre Visualisierung angeschaut und dachte mir: Wow, super! (Ich fand das Objekt, das sie dargestellt hatte, sogar noch viel besser als ein Ähnliches, das ich kurze Zeit vorher zufällig auch visualisiert hatte.)

Das ganze Szenario war unendlich schade. Denn bis zu diesem Zeitpunkt strahlte die Vortragende absolute Zuversicht und Souveränität aus. Diese Wirkung verpuffte plötzlich. Sie wirkte deutlich unsicher und verletztlich.

Jetzt kann man sich fragen: Darf man/frau nicht auch einfach mal unsicher und verletztlich wirken? Wir sind doch alle nur Menschen!

Meine Meinung ist: jein. Natürlich ist es grundsätzlich ok, auch mal Unsicherheit und Verletzlichkeit zu zeigen. Allerdings sollte die Situation dafür die Richtige sein. Wenn ein Vortragender oder eine Vortragende eine Präsentation hält, dann geht das Publikum davon aus, dass es sich um einen Experten/eine Expertin handelt. Mit dem Satz „Ich kann nicht zeichnen“ wird dieser Expertenstatus beschädigt.

Das Publikum beginnt nämlich, die Zeichnung zu hinterfragen…und nicht nur die Zeichnung. Unser Gehirn kann da sehr kreativ sein und denkt dann vielleicht folgendermaßen:

„So, so! Sie sagt also, sie kann nicht zeichnen. Hm. Stimmt eigentlich. Der Strich da ist total schief. Und die Perspektive ist eigentlich auch völlig daneben. Die kann wirklich nicht visualisieren. Wahrscheinlich hat sie deswegen dieses Motiv gewählt. Weil sie andere Bilder noch viel weniger zeichnen kann. Ich frage mich, ob die nur ein Problem mit ihren Visualisierungen hat. Vielleicht ist die auch gar keine Expertin auf ihrem Gebiet. Eigentlich eine Frechheit, sich da vorne hinzustellen und was zu machen, was man gar nicht kann…“

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Zeichentipps für kreatives Visualisieren & Präsentieren

Hier kommen jetzt die Zeichentipps, was Sie in dieser Situation tun können:

Einer der wichtigsten Zeichentipp von allen: Arbeiten Sie an Ihrer Haltung („Mindset“).

Und sich zum Beispiel fragen: Wer definiert eigentlich, wann ein Flipchart gelungen ist? Wann eine Zeichnung gut ist? Sie brauchen sich nur einmal die Kunstgeschichte ansehen, um festzustellen: viele Maler, deren Gemälde heute Millionen wert sind, wurden zu ihrer Zeit als völlig unfähig gebrandmarkt. Hätte Picasso am Flipchart präsentiert – vielleicht wäre er in der Luft zerrissen worden? Aber hätte das seine Haltung verändert? Wahrscheinlich nicht.

Zweitens: Traininern Sie Ihre Zeichentechnik.

Die innere Überzeugung „Ich kann zeichnen“ lässt sich gezielt unterstützen. Indem Sie sich mit einfachen Zeichentechniken vertraut machen und so Sicherheit gewinnen. Dazu habe ich einige Blogartikel geschrieben, die Sie hoffentlich inspirieren und Ihnen Lust auf mehr machen: Beim Zeichnen von einfachen Figuren ebenso wie beim Emotionalisieren Ihrer Strichmännchen. In Folge können Sie dann auch eine eigene Comicfigur oder ein Maskottchen entwickeln.

Drittens: Sie können Kreativitätstechniken und den kreativen Flow nutzen.

Kreativtechniken und die Arbeit mit dem kreativen Flow unterstützen Sie dabei, außergewöhnliche Ideen zu entwickeln und Ihre Visualisierungen, Zeichnungen und Präsentationen immer gewagter und selbstbewusster zu gestalten. So werden Sie mit der Zeit immer selbstbewusster, trauen sich mehr zu – und werden dadurch wieder selbstbewusster. Sozusagen der „Engelskreis“ (im Gegensatz zum Teufelskreis). Lassen Sie sich von meinen beiden Blogartikeln zum Thema Kreativitätstechniken für Präsentationen und zur Arbeit mit dem Flow an.

Viertens: Lernen Sie, souveräner mit Fehlern umzugehen.

So ausgestattet, mit Zeichen-, Kreativitätstechniken und einem Bewusstsein für Ihre eigenen kreativen Fähigkeiten, werden Sie sich deutlich souveräner und selbstbewusster fühlen. Und wenn dann mal eine Zeichnung schiefgeht? Kein Grund zur Panik. Das passiert mir auch ab und zu. In so einem Fall können Sie es sich dann leisten, völlig entspannt zu reagieren. Weil Sie wissen, dass Sie grundsätzlich zeichnen können. Das macht stark und selbstbewusst. Sie sagen dann mit einer gewissen Lässigkeit einfach: „Ui, das ging aber schief. Da fange ich nochmal an.“ Dann trennen Sie das mißglückte Flipchart ab… und beginnen neu.

Fünftens: Trainieren Sie Ihren Blick

Vielleicht kennen Sie das: Sie möchten ein komplexeres Objekt zeichnen. Damit meine ich Objekte wie einen Traktor, ein Fahrrad, einen Bürodrehsessel oder ein Pferd. Es gelingt Ihnen nicht. Daraus schließen Sie, dass Sie kein Talent zum Zeichnen haben. Vielleicht hilft es Ihnen, wenn ich Ihnen versichere: Ich lebe vom Zeichnen, habe ein Talent zum Zeichnen – trotzdem könnte ich auf Anhieb kein Fahrrad zeichnen. Warum? Weil ich mir noch nie bewusst ein Fahrrad angeschaut habe: Wie sind Räder, Sattel, Lenker usw. positioniert? Wie sind sie verschiedenen Teile durch Stangen verbunden?

In den meisten Fällen können wir ein Objekt deswegen nicht zeichnen, weil wir kein inneres Bild davon haben. Daher ein vielleicht überraschender Zeichentipp: Wenn Sie das nächste Mal ein etwas komplexeres Objekt zeichnen möchten, dann verbringen Sie zuerst einmal 5 Minuten damit, sich das Objekt live oder im Internet ganz intensiv anzuschauen. Legen Sie gedanklich ein Gitterkreuz mit 4 Feldern über das Bild. Stellen Sie sich die Frage: Wo ist die höchste/tiefste Stelle? Was befindet sich am weitesten links/rechts? Wie sind die Größenverhältnisse?

Und zuletzt: Einfach dranbleiben.

Zeichentipps sind nur der Anfang. Jetzt sind Sie gefragt: Kommen Sie ins Tun! Umso öfter, umso besser werden Sie. Das ist wie beim Musizieren, Sprachen lernen oder beim Sport. Insofern ist der wahrscheinlich wichtigste Tipp: Wenn Sie kreativ visualisieren und souverän präsentieren wollen, dann bleiben Sie einfach dran. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Manche Zeichnungen verhaut man anfangs einfach. Mir selber ging das ganz konkret so mit einem Bürodrehsessel. Ich glaube, ich habe 70 Skizzen gemacht, bis der Bürodrehsessel nicht mehr wie ein kranker Riesentintenfisch aussah. Aber seitdem „sitzt“ das Motiv.

Ich hoffe, dass ich Ihnen mit diesen Zeichentipps Mut machen konnte – und Lust aufs Zeichnen!

Meine gesammelten Zeichentipps…

…erhalten Sie in meinen Online Kursen und Live Masterclass Retreats. Darin lernen Sie Visualisieren & Figuren zeichnen und fesselnde visuelle Präsentationen erstellen. Für Flipchart & PowerPoint Präsentationen. Wir beschäftigen uns mit Strichmännchen, Emotionen und Gesichter Zeichnen ebenso wie mit Symbolen, Sketchnotes bis hin zur Entwicklung von eigenen Figuren und Maskottchen. Sie werden visuelles Denken lernen, Ihren eigenen Zeichenstil entwickeln – und natürlich auch Inspiration zum Zeichnen bekommen.

Barbara Roth ist international führende Business Illustratorin & Cartoonistin

„ Ich unterstütze Unternehmen und Einzelpersonen dabei, das eigene kreative Potenzial für die persönliche und berufliche Weiterentwicklung und Transformation zu nutzen – und so noch erfolgreicher zu sein.“

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